Was hat das Tagesgeld mit dem Leitzins zu tun?

Mittwoch, 12. Mai 2010 - 10:00 Uhr

Immer wieder lesen wir vom Leitzins, den die Notenbanken in aller Welt ausgeben, und der wichtig für die Finanzmärkte der einzelnen Länder ist. Für uns ist diese Notenbank die Europäische Zentralbank, EZB, die einmal im Monat den aktuell geltenden Leitzins ausgibt. Doch was hat der Leitzins mit unserem Alltag, und vor allem mit Tagesgeld zu tun?

Der Leitzins gibt die Höhe der Zinsen vor, die Banken für die Aufnahme eines Kredites bei der EZB bezahlen müssen. Je höher dieser Leitzins ist, desto höher steigen meist auch die Zinsen für die Kredite, die Banken an ihre Kunden ausgeben. Denn irgendwo muss das Geld für die Kreditzinsen ja wieder herkommen, das die Banken an die EZB bezahlen.

Niedriger Leitzins = niedrige Tagesgeldzinsen

Die Höhe des Leitzinses betrifft jedoch nicht nur die Höhe der Kreditzinsen. Auch auf die Zinsen, die für Tagesgeldanlagen bezahlt waren, hat der Leitzins einen großen Einfluss. Das bedeutet: Wenn der Leitzins, den die EZB ausgibt, niedrig ist, liegt deshalb auch der Zinssatz für Tagesgeld meist recht niedrig – wie es auch im Moment der Fall ist.

Und was ist bei einer Erhöhung des Leitzinses?

Wenn die EZB den Leitzinssatz wieder erhöht, folgen die Banken dieser Erhöhung mit einer Erhöhung der Zinsen für ihre Tagesgeldkonten. Dies hat nichts mit besonderer Kundenfreundlichkeit zu tun, sondern geschieht aus rein praktischen Überlegungen. Wenn die Zinsen für Tagesgeldanlagen angehoben werden, legen mehr Menschen ihr Geld auf Tagesgeldkonten an – und die Banken sparen sich damit die Aufnahme von Krediten bei der EZB zu hohen Zinsen. Den Kunden kommt dies natürlich sehr gelegen, und ist durchaus positiv zu bewerten. Doch auch in Zeiten niedriger Zinsen lohnt sich Tagesgeld aufgrund der schnellen Verfügbarkeit immer, vor allem da die Tagesgeld Zinsen immer höher sind als die Zinsen für ein gängiges Sparbuch.

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