Trendwende bei Leitzins und Tagesgeld lässt auf sich warten

Montag, 13. September 2010 - 14:13 Uhr

Maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung der Zinsen auch beim Tagesgeld ist der Wert des Leitzinses. Dieser wird in Deutschland und in 26 anderen Ländern von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegt, und hat große Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Bei einer florierenden Wirtschaft steigt der Leitzins und zieht Geld aus dem Wirtschaftskreislauf um den Wert des Geldes zu steigern und die Inflationsgefahr zu senken. Mit kleinen Veränderungen wird der Leitzins so als Stellschraube zur Inflationsregulierung genutzt. Nach der weltweiten Finanzkrise ist der Leitzins derzeit aber noch immer auf einem Rekordtief, was die Wirtschaft fördert, aber keine hohen Renditen für Anlagen bringt.

Seit Ende 2008 sank der Leitzins überall drastisch. Bei der EZB fiel das Zinsniveau von über 4,00% auf 1,00%. Dieser Wert ist seit dem, 7. Mai 2005 eingefroren. Die EZB verkündete vor 2 Wochen, wie von Finanzexperten erwartet, den weiteren Stillstand des Leitzinses.

Tagesgeldzinsen zwischen 1,50% und 2,20% gehören damit aktuell zur absoluten Spitze in Deutschland.

Der Aufschwung kommt sehr langsam …

Auch die Zentralbanken anderer Länder halten ihren Leitzins bei der derzeitigen schlechten Wirtschaftslage niedrig, somit rückt die ersehnte Explosion der Tagesgeld-Zinsen vorerst in weite Ferne.

Am 9. September folgte die Britische Notenbank dem Trend der EZB und beließ den Leitzins unverändert bei 0,5%, um die Wirtschaft damit weiter zu unterstützen. Die Bank-Rate ist damit seit März 2009 auf dem niedrigsten Wert ihrer Geschichte. Trotz dem langsamen Aufschwung nach der Finanzkrise rechnen Beobachter noch länger mit dem Anhalten des niedrigen Zinsniveaus.

Seit 2008 liegt der Leitzins der US Federal Bank bei 0,13%, am 21. September 2010 beraten die Finanzexperten erneut über die Entwicklung des Wertes, eine Steigung wird aber dazu nicht erwartet. Auf einem Tiefstand steht mit  0,10% ebenfalls die Bank of Japan,  die ankündigte ihre expansive Geldpolitik zunächst weiter beizubehalten.

Doch nicht alle Zentralbanken verwehren sich einem Zinsanstieg. Die Kanadische Notenbank hat ihren Leitzins vor einer Woche um 0,25 Prozentpunkte auf  1,00% angehoben und nannte die Stabilisierung der Weltwirtschaft als Grund für einen positiven Ausblick. Insgesamt lässt sich weltweit ein erfreulicher wenn auch langsamer Trend feststellen, denn viele kleine Länder ziehen den Leitzins wieder an. Längerfristig werden wohl auch die großen Wirtschaftsnationen an den Aufschwung anknüpfen und Anleger dürfen auf eine Steigung des Zinsniveaus und damit eine höhere Tagesgeld-Rendite hoffen.

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