Straffe Zeiten beim Tagesgeldzins – Das Kleingedruckte nicht vergessen
Der Leitzins der Europäischen Zentralbank ist schon lange auf einem relativ niedrigen Niveau und echte Spitzenzinsen bei Tagesgeldkonten sind damit zur Mangelware geworden. Viele Banken mussten den notwendigen Schritt gehen, und Ihre Zinsen entsprechend anpassen. Wer da heute noch mehr bietet, rückt schnell in den öffentlichen Fokus. Um die zwei Prozent erhalten Sie nämlich derzeit bei der Bank of Scotland, der DAB, Comdirect und der Volkswagen Bank, und diese vorteilhaften Zinsen sind bei Anlegern sehr begehrt.
Auch andere Banken passten Ihre Angebote entsprechend an, um den Zinsmarkt wieder ein wenig anzukurbeln. Nicht alle waren dem darauf folgenden Ansturm an Neukunden jedoch gewachsen. Dies zeigte jüngst das Beispiel der GE Capital Direkt, die mit ihren Tagesgeldzinsen von 2,25% p.a. so viele Änträge nach dem direkten Start erhielt, dass die Bank diese nicht in ädequaten Zeiträumen bearbeiten konnte, und das Angebot wieder zurück ziehen musste.
Auch die Noa Bank war mit einem derartigen Zulauf überfordert, nachdem sie ein Tagesgeldkonto mit einem 2,2%-Angebot eröffnet hatte. Wegen einer schlechten Eigenkapitalquote folgte dann sogar ein Verbot der BaFin gegenüber der Eröffnung neuer Tagesgeldkonten durch die Noa Bank.
Anleger müssen auch aufgrund solcher Vorfälle die einzelnen Angebote heute sorgfältig prüfen. Manchmal steckt der Teufel schließlich auch im Detail, also im Kleingedruckten. Bei der Comdirekt Bank gelten die hohen Zinsen nur bis zu einer Anlage von 5.000 Euro, bei der DAB bis 10.000 Euro. Auch der gute Zinssatz der Postbank ist an eine Bedingung geknüpft, nämlich, dass regelmäßige Gehälter darauf fließen, ansonsten fallen Kontoführungsgebühren an. Ganze 4% Zinsen verspricht Cortal Consors, die streicht aber nur ein, wer sein altes Depot auflöst und Aktien im Wert von 6.000 Euro auf dem Konto deponiert.
Es empfiehlt sich also, das Kleingedruckte stets gut zu studieren, um sich einen optimalen Zinssatz von ca. 2% zu sichern. Achten Sie außerdem immer auf die Höhe der Einlagensicherung, dann überstehen Sie auch die derzeitige Niedrigzinsphase erfolgreich.
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