GE Capital macht durch Zinssenkung wieder von sich reden

Mittwoch, 22. September 2010 - 12:29 Uhr

Nur einen Monat agierte die GE Capital Direkt erfolgreich auf dem deutschen Privatkundenmarkt, dann ging sie in der Flut der Kontoanträge unter. Schuld war der Spitzenzins von 2,25% aufs Tagesgeld, den sich in Zeiten schlechter Zinssätze verständlicherweise viele Kunden sichern wollten. Es sprach auch alles für das Angebot: eine vierteljährliche Verzinsung, Einlagensicherheit in Höhe von 118 Millionen und eine einfache Online-Kontoführung. Das neue Produkt bescherte der GE Capital jedoch so viele tausend Anträge, dass eine Kontoeröffnung Wochen dauerte und die Bank sich auf eigenen Wunsch jeder weiterer PR in Finanzportalen entzog.

Lange bestätigte die GE Capital dennoch, auch in stressigen Zeiten an dem gewinnbringenden Zins festzuhalten, doch mit diesem Versprechen ist jetzt Schluss. Vor wenigen Tagen senkte die Bank die Tagesgeld Zinsen auf 2,10% p.a. und verliert damit den Spitzenplatz vor der Bank of Scotland, die derzeit 2,20% p.a. anbietet, und der DAB mit 2,10%. Nur zwei Monate nach dem fulminanten Start hat sich damit auch die GE Capital wieder in die Reihe der anderen Anbieter eingegliedert. Neben der Zinssenkung ist auch die Anlagenhöhe von der Produktänderung betroffen. Statt wie bisher Zinsen auf unbegrenzte Einlagen zu kassieren, liegt die Maximalhöhe ab jetzt nur noch bei 250.000 Euro.

Wirft das ein schlechtes Licht auf die GE?

Fest steht, dass Neukunden sich weniger über diese Nachrichten freuen werden. Zuerst dauert die Kontoeröffnung aufgrund des Runs auf das Angebot mehrere Wochen, dann gehören die Spitzenzinsen trotz groß geschwungener Reden schon nach acht Wochen wieder der Vergangenheit an. Zudem ist die Informationspolitik des Unternehmens alles andere als durchsichtig. Auskunftsuchende wurden noch am Tag der Zinssenkung mit Ahnungslosigkeit und Nichtwissen der Servicemitarbeiter im Ungewissen gelassen. Nachdem 2008 die Kaupthing Bank und erst vor wenigen Wochen die Noa Bank nach anfänglichen Spitzenzinsen geschlossen wurde, muss die GE Capital Direkt nun beweisen, dass sie am Markt weiter bestehen kann. Wirklich sichere Angebote finden Sparer aber bei anderen Banken im Tagesgeld-Vergleich.

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