EZB senkt im November den Leitzins – ziehen Tagesgeldanbieter jetzt nach?
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat aufgrund der Besorgnis um eine wirtschaftliche Konjunkturschwäche den Leitzins gesenkt. Mit Wirkung zum 4.11. beträgt der Leitzins für den Euroraum nun noch 1,25% und fällt damit um 25 Basispunkte. Damit soll die drohende Rezession vermieden werden, doch auch Tagesgeldzinsen könnten mit diesem Umschwung wieder auf Talfahrt gehen. Lesen Sie hier, was in Sachen Tagesgeld jetzt zu erwarten ist.
EZB senkt Leitzins um Konjunktur wieder anzukurbeln
Für viele Experten kam die Senkung überraschend. Zwar ließ zuletzt eine gewisse Konjunkturschwäche eine in absehbarer Zeit notwendige Zinssenkung erwarten, doch grade in der ersten Zinssitzung von Mario Draghi hatte man noch nicht mit dieser Entscheidung gerechnet. Der Italiener Draghi hatte erst zwei Tage zuvor offiziell den ehemaligen EZB-Vorsitzenden Jean-Claude Trichet nach acht Jahren in seinem Amt an der Spitze der EZB beerbt.
Die Zinssenkung wird von Ökonomen teilweise kritisch betrachtet. Draghi unterstützt mit dieser Entscheidung Länder mit starken Schuldenproblemen, wie Spanien, Portugal, Griechenland, Irland und Italien. Die Zinssenkung erhält damit einen politischen Beigeschmack und konnte in Ländern wie Deutschland und Frankreich zur Kritik an Draghi führen. Sie befürchten durch die Zinssenkung eine sinkende Kaufkraft oder sogar eine Inflation.
Wie sicher sind Tagesgeldzinsen jetzt noch?
Banken setzen zu ihren eigenen Gunsten eine Senkung des Leitzinses in der Regel schneller in niedrigere Zinsen für Verbraucher um, als dass sie eine Erhöhung wirksam weitergeben. Dank der Zinssenkung können sie sich nun wieder billiger Geld bei der Zentralbank leihen, und sind etwas weniger auf die Einlagen der Kunden angewiesen. Nachdem die Tagesgeldzinsen zuletzt dank zweier aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen durch die EZB kontinuierlich und im steten Konkurrenzkampf der vielen Anbieter bis auf Werte um 2,70% gestiegen war, ist die Auswirkung der jüngsten Entwicklung noch offen.
Fest steht, dass Tagesgeldzinsen generell zwar variabel und damit täglich veränderbar sind, doch viele Banken setzen mittlerweile auf Zinsgarantien. Als Kunde der DAB Bank wird der Zins sogar bis September 2012 garantiert, Cortal Consors senkt den Zins für Neukunden über ein Jahr nicht und die ING DiBa hält den Zins immerhin 6 Monate stabil. Banken wie die Bank of Scotland oder die BMW Bank haben dagegen ein variables Zinsangebot. Zwar ist derzeit noch nicht davon auszugehen, dass diese ihre Zinsen jetzt kurzfristig senken werden, doch sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit in den kommenden Wochen ein Auge auf Ihre Zinsen haben. Sollte die EZB den Zins zum Jahresanfang 2012 erneut senken, könnte dies dann wirklich schlechte Nachrichten für Tagesgeldanlagen bedeuten. Vorher sollten Sie unbedingt auf Anlagen mit Zinsgarantie setzen.
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